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MEIN 2023

Aktualisiert: 29. Jan.

Hey DU!

Schön, dass du dich in meinen kleinen virtuellen Blätterwald verirrt hast und nachträglich “es guets Nöis“! Die Drei hat der vier Platz gemacht und passend zum Jahresbeginn ist es Zeit für einen Aus- aber vor allem auch einen kleinen Rückblick. Denn mein letztes Jahr stand beruflich nämlich unter einem ziemlich guten Stern oder noch treffender gesagt dem “Stärn vo Bärn“. Dieser sollte uns zu späterem Zeitpunkt noch Höhenflüge, Grosserfolge und unvergessliche Momente bescheren…

Aber "eis nachem angere"...


REVUE & REVIVAL

Als Anfang des Jahres und im Frühling 23 in Thun in der Masken Werkstatt bereits die ersten Konzepte und Ideen für die Neuinszenierung der Thunerseespiele von Dällebach Kari – das Musical erblühten, freute ich mich zeitgleich über ein unerwartetes, aber schönes Wiedersehen mit den Mädels von Heisse Zeiten – die Wechseljahrs Revue und über meine Rückkehr in die Maag Halle Zürich. Herrlich! Seit 2013 waren wir immer mal wieder in diversen Konstellationen zusammen (auf CH Tour) unterwegs und nun durfte ich das Ensemble aus Hamburg bereits zum 4. Mal betreuen. Wenn diese Truppe in der Stadt ist, gibt’s immer viel Spass & Rambazamba auf, und natürlich auch hinter der Bühne. Man mag sich sehr, kennt sich gut und ist auch nach einer längeren Pause sofort wieder eingespielt. Das Publikum feierte diese Show immer noch wie beim ersten Mal und wir hinter den Kulissen also quasi ein kleines Mini-Jubiläum von zehn Jahren. Also wenn das so weitergeht, schaffe ich`s vielleicht höchstpersönlich noch ins Klimakterium und mache selbst dann noch immer Doris & ihren Flughafen-Bekanntschaften die Haare schön ;-)

 

 
KARI

Während in der Maag Halle nicht nur die Lockenwickler heiss liefen, wurde zeitgleich in unseren Ateliers in Thun und Zürich am Dällebach gearbeitet, ahnungslos was mit dieser Produktion noch alles auf uns zukommt und nichtwissend dass der "Schtil de Bern" bald auch über die Landesgrenzen hinaus Kult werden sollte…

 

Erst wenig angetan von der Idee den Kari überhaupt nochmals aufleben und neuinszenieren zu lassen, wurde ich nämlich ziemlich schnell eines Besseren belehrt! Wiederaufnahme? Das klang in meinen Ohren nach Wiederholung oder noch schlimmer Stagnation. Alles schonmal gemacht - Aber denkste! Bereits zu Beginn wurde nämlich ziemlich schnell klar; dieses Produkt hat absolut magisches Potenzial! Allerdings war der Weg dorthin auch ziemlich kräftezehrend und hat wieder mal das ganze Spektrum zwischen den Hochs und Tiefs offenbart. Eine historische Outdoor Produktion in diesem Ausmass auf die Beine zu stellen, verlangt einem einiges ab. Doch das erste Etappenziel, die Anproben, versprach bereits Grosses! ....auch grosse "Änderungen, Anpassungen und die ein oder andere Hut - Problematik. Getreu dem Motto "Blut, Schweiss und Tränen" haben wir es doch nach vielen, sehr harten Wochen geschafft und wir durften am 13. Juli, nach einer wetterbedingten Verschiebung, mit einer grossartigen Inszenierung Premiere feiern.

Aber wie`s der Name schon sagt, ist auch das erst nur der Anfang…

Wer mich kennt oder bereits mit mir gearbeitet hat weiss, dass ich nicht gerade dafür bekannt bin, freiwillig den einfachsten Weg zu gehen. Darunter "leiden" auch oft alle meine Mitarbeiter*innen... oder wie ich gerne sage: als Jungfrau-geborene darf ich ganz legal überaus kritisch, pingelig & perfektionistisch sein;-)

Es warteten also unendlich viel Arbeit und sehr lange Tage auf uns.

Pro Abend sollten auf der Bühne

  • 70 (teils handgeknüpfte) Massperücken,

  • 30 Backenbärte,

  • 17 Schnurrbärte,

  • 3 Haarteile,

  • 9 Mäusemasken,

  • 36 Blumenkränze

  • diverse Kopfschmuck - Accessoires

  • und ca. 3-5 Hüte pro Darsteller*in

neben den Eigenhaar-Frisuren und Make Ups, das Berner Stadtbild der Jahrhundertwende vermitteln. Mit jeweils 3 Kolleginnen pro Show, betrug der normale Arbeitsaufwand ungefähr 9 bis10 Stunden am Tag. Da dies aber oft einfach nicht ausreichte wurde fleissig auch tagsüber und bereits früh morgens in der Werkstatt gewickelt, geföhnt und auffrisiert.



So rauschten die Wochen auf dem Thunersee nur so an uns vorbei, das Pensum und der Anspruch an Qualität ungefähr genauso hoch wie unsere 1900er Frisuren. Eher tief waren hier doch leider die Zuschauerzahlen, was uns aber überhaupt nicht davon abhielt, jeden Tag aufs Neue Höchstleistungen abzuliefern. Denn eines hatte diese Produktion: Eine unglaubliche Crew im Vorder- & Hintergrund! Selten habe ich so ein kreatives & wertschätzendes Miteinander erlebt, wie in diesem Sommer. Der Zauber dieses Stücks hatte sich im Nu auf uns alle übertragen und der gegenseitige Support & die emotionale Durchlässigkeit eines jeden Einzelnen waren unermesslich. Ich denke, genau das fühlte man auch auf den Zuschauerrängen und hat das Publikum schlussendlich Abend für Abend Tränen der Rührung vergiessen und unsere fantastischen Darsteller frenetisch feiern lassen…Alle waren sich einig; diese Show begeistert einfach! Jede*n. Punkt.

Eine einzigartige Lebens- und Liebesgeschichte, welche durch ALLE Beteiligten zu einem Meisterwerk wurde!


 

 

An dieser Stelle ein paar kurze Dankeschöns an:

  • Ronald Fahm für seine wunderschöne & unverkennbare Handschrift im Design und die jahrelange, gemeinsame Reise als Team!

  • Ales Valasek und seinen Gewandmeisterinnen, Schneiderinnen und Ankleider*innen für die fantastischen Kostüme.Ihr habt traumhafte Kunstwerke aus Stoff & einzigartige Figuren kreiert!

  • All meinen Maskenbildnerinnen für den unermüdlichen Einsatz und dass ihr (mit mir) immer über die Grenzen des Machbaren hinaus gegangen seid!Ohne eure Unterstützung und die gebündelte Kraft an Kreativität, wäre das alles nicht möglich gewesen. DANKE dass ihr Teil meines Teams, und somit massgeblich an unseremErfolg beteiligt ward!

  • dem Thunerseespiele /FBM Team für ihr Vertrauen in mich & meine Arbeit und Glückwunsch zur 20. Produktion!

 

Es würde den (emotionalen) Rahmen sprengen alle aufzuzählen, welche mich während dieser ganzen Zeit tief berührt, unterstützt, getragen und somit für immer Spuren in meinem Herzen hinterlassen haben.

Ich bin einfach nur unendlich dankbar und ihr wisst, wer ihr seid!.. ;-)

Für und mit euch arbeiten zu dürfen war ein Privileg und ganz grosses Glück!

Danke für die Zyt, wo üsi Zyt isch gsy…“

 

 

Die Glückssträhne hielt noch etwas an und unser Kari wurde während der Spielzeit gleich

8 Mal für den Deutschen Musicalpreis nominiert - einfach unglaublich!!!

Doch bis dahin war noch einiges zu tun…

 

 
HOCH-ZEITEN

In der Zwischenzeit warteten nämlich nach der Dernière der Produktions - Abbau,

(welcher sich aufgrund der schlechten Wetterlage erneut nach hinten verschob) und noch eine handvoll Bräute, welche von mir aufgehübscht vor den Altar treten wollten.

Im letzten Jahr hatte ich meine Termine für Hochzeiten nur spärlich und sehr ausgewählt vergeben, somit konnte ich alle Bookings aufgrund des vollen Kalenders besser planen und diese dann auch mehr geniessen. Denn es ist einfach immer wieder schön und berührend, an diesen einzigartigen Momenten während der Vorbereitung auf den grossen Tag teilhaben und das Vertrauen der Bräute, Brautmütter oder Trauzeuginnen geniessen zu dürfen!


Danke an alle Bräute der Wedding Season 23, die nicht nur zu ihrem Partner, sondern auch zu mir “JA“ gesagt haben!


Für die anstehende Saison wird es voraussichtlich wieder mehr Möglichkeiten für Stylings bei mir geben. Juhuu!!! Wer also `nen Verlobungsring am Finger trägt aber noch nach einem genauso wertvollen Hair & Make Up Profi sucht, gerne vorzeitig anfragen und deinen Termin reservieren lassen!



 


Auch in diesem Jahr durfte ich wieder vielen Kunstschaffenden begegnen und sie bei ihren Projekten, Shootings, Moderationen etc. unterstützen. Ein speziell erwähnenswertes Highlight im Spätsommer war die Anfrage für die maskentechnische Betreuung von Herbert Grönemeyer

Der Name an sich ist in der Musikbranche schon ein Superlativ und mit einem solchen Menschen und mehrfach ausgezeichneten Musiker / Texter / Schauspieler und Produzenten zusammentreffen zu dürfen ist eine absolute Ehre!

Für mich sicher eine der spannendsten & beeindruckendsten Begegnungen in diesem Jahr.

 

 

 
AWARD

Das wir dann am 9. Oktober im Berliner Theater des Westens an der bereits zuvor erwähnten Award Night tatsächlich vier der Trophäen, darunter unsere eigene für das

beste Kostüm- und Maskenbild gewinnen werden, hat sich wohl keiner je träumen lassen!

Dementsprechend war meine Teilnahme an der Verleihung auch ziemlich… sagen wir “spontan“. Und eigentlich mehr von der Motivation getrieben für weibliche Sichtbarkeit in unserer Branche einzustehen und das ich es wohl bereuen würde, möglicherweise grosse Momente von mir nahestehenden Kollegen & Freunden zu verpassen.


Am Abend zuvor also doch noch schnell Anreise und Hotel gebucht, `nen ollen Fummel eingepackt und ab nach Berlin! Dort angekommen war auch weiterhin viel Spontanität gefragt, denn wie immer bei ganz, ganz wichtigen Ereignissen läuft ja selten alles wie geplant. So wich auch ganz schnell sämtliche Gelassenheit der absoluten Panik, aus einem entspannt angedachten getting - ready für den Abend wurde kurzfristig ein medizinischer Notfall und am Schluss reichte es eben dann doch wieder nur noch für einen schnellen roten Lippenstift und einen knappen Fünfzeiler, kaum lesbar auf den Notizzettel der Rezeption gekritzelt.

(Im Falle eines Falles man müsste sich dann doch vielleicht noch bedanken.

Aber eben, wohl kaum…)  

 

Im wunderschönen und altehrwürdigen Theater des Westens gab`s ein grosses Hallo mit vielen bekannten und geliebten Gesichtern. Geladen wurden nebst Berufskolleg*innen und Mitglieder*innen der Akademie auch viele prominente Gäste aus Politik, Musik- und Showbiz`.

Es versprach also ein spannender und langer Abend zu werden!

Das unsere Kategorie gleich als Programmpunkt Nr. 2 aufgerufen und wir damit schnellstmöglich von unserer Spannung und Aufregung erlöst wurden war ein absoluter Segen.

Und wer`s bis hierin noch nicht mitbekommen hat: WIR* HABEN GEWONNEN!!!


Auf so etwas kann man sich beim besten Willen in keinster Weise vorbereiten!..

Das Adrenalin schiesst durch den Körper, bringt dich zwar noch dort hoch um diesen Preis entgegen zu nehmen und verbannt dafür aber leider auch gleichzeitig sämtliche aktiven Erinnerungen aus dem Gedächtnis. Was danach folgt ist ein Ausflug in ein kleines Pralleluniversum getragen auf einer Wolke aus Umarmungen, Wertschätzung & Freude.


Das dieses Gefühl am Ende des Abends auch unser Kari - Darsteller, Rolf Sommer bei seiner Auszeichnung zum besten Hauptdarsteller erleben durfte, hat mich dann noch am allermeisten gefreut und alles getopt! Des Weiteren haben wir in den Kategorien bestes Revival und

bestes Bühnenbild abgeräumt.

Herzlichsten Glückwunsch ALLEN! Was für ein unvergleichbares Erlebnis mit grossen Emotionen...


Zurück auf Schweizer Boden hat mich eine Flut an Gratulationen und Nachrichten erreicht, wie ich es zuvor noch nie erlebt habe. Danke an dieser Stelle an alle, die mitgefiebert und sich dann vor allem auch mitgefreut haben!

Es war der absolute Wahnsinn und das werde ich bestimmt NIE vergessen!


Und weil zu einer Preisverleihung ja eben auch Danksagungen gehören, hier ein kleiner Nachtrag:

  • Merci, Kari. Du warst nicht nur die Vorlage für dieses Stück sondern auch ein Berufskollege und nur dank dir dürfen wir Jahre nach deinem Tod, all das erleben - Du fliegst hoch!

  • Und nochmals zu erwähnen ist der Dank an all meine Lieblingsmenschen! Familie, Freunde, Weggefährten - Ohne euch wäre ich nicht wer ich bin und hätte all dies nie erreichen können. Durch euch habe ich immer sichere Bodenhaftung, Rückendeckung und mein Herz ein Zuhause. Ich liebe euch sehr!

  • Danke der Deutschen Musical Akademie für die grosse Ehre, welche uns mit der Nominierung und dem Sieg zuteil wurden & für den wunderschönen, gelungenen Rahmen dieser Preisverleihung - Ein toller Event!


Ein Erlebnis, welches sich wirklich nicht leicht in Worte fassen lässt...

Und ist der erste "Schock" verdaut, bleiben einfach nur noch Stolz und Demut.

Ich hoffe, ich kann bald noch mehr Impressionen davon in Form von Bildmaterial mit euch teilen!

 

P.S. Der medizinische Notfall kam durch die Begegnung eines offenen Rasiermessers und der Hand zustande. Ist genauso unschön wie es sich anhört und erfordert danach fast eine komplette Renovierung der Räumlichkeiten. Passiert mir (fast) nie! Und doch gab`s genau dieses Szenario bereits am Tag der Premiere. Sollte also wohl ein gutes Omen sein. Trotzdem...wenig hilfreich!


*Auch stellvertretend für Ronald Fahm, welcher in Berlin leider nicht anwesend war.

 


 

RÜCKBLICK

Wenn du, liebe*r Leser*in es bis hierher geschafft hast, weisst du nun über alle Höhepunkte bescheid! Nach all den aufregenden Ereignissen, wurden die restlichen zwei Monate des Jahres nämlich dann endlich etwas ruhiger und ich konnte mich wieder vermehrt den Atelier Terminen und meinen Wimpern- & Haarschnitt Kund*innen widmen. Als bekennende Weihnachts - Kitschnudel habe ich den Dezember dann nebenher so richtig ausgekostet, mich etwas erholt oder gemütlich an Auftragsarbeiten gewerkelt.

Am 15. des Monats gab`s dann aber doch nochmals ein kleiner Grund sich zu freuen!

Nämlich hatte ich genau an diesem Tag, 15 Jahre zuvor meine Maskenbildner Prüfung in Deutschland bestanden und so lange tingle ich nun also schon durch die Showszene.

Zeit also für eine kleine Bilanz!

 

Daraus resultieren aktuell u.a.:

33 Musical – und Theaterproduktionen (12 als Chefmaskenbildnerin / 4 als Kreativdesignerin)

10 Werbefilme

2 Kinofilme

7 Kurzfilme

7 Musikvideos

2 Ateliers

2 Zusatzausbildungen

1 Award!

...unzählige Bräute, Shootings, Events, Galas, Künstler*innen, TV Auftritte und Formate

 


 

AUSBLICK

Im Hintergrund werden natürlich schon Pläne für`s mittlerweile schon aktuelle Jahr geschmiedet und kurz vor Weihnachten hat mir der Nikolaus noch eine "Zulassung" von Disney & Cameron Mackintosh unters Bäumchen gelegt! Was es damit genau auf sich hat und vor allem was sich damit so alles anstellen lässt, wird sich noch zeigen. Neuigkeiten und Updates gibts natürlich immer hier auf der Homepage, sowie in den sozialen Medien! Ich hoffe ihr seid genauso gespannt wie ich, was für Projekte das Leben mir vor die Füsse wirft. (Vielleicht heckst ja genau DU was im geheimen Kämmerchen aus, wobei du meine Skills gebrauchen kannst... dann melde dich!)


“Wenn man eine Tür schliesst, öffnet sich irgendwo ein Fenster!“

So wünsche ich dir und uns schöne Aussichten für 2024 & ich freue mich,

sollten sich unsere Wege da draussen kreuzen!

 

Von Herzen,

OLIVIA

 

 




 

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